Gesellschaft für Informatik e.V.

Lecture Notes in Informatics


Software Engineering 2009 P-143, 9-10 (2009).

Gesellschaft fĂŒr Informatik
2009


Editors

P. Liggesmeyer, G. Engels, J. MĂŒnch, J. Dörr, N. Riegel (eds.)


Copyright © Gesellschaft fĂŒr Informatik

Contents

Testen von Elektronik in der Automobilindustrie - von der ausfĂŒhrbarenSpezifikation bis zum automatisierten Test im Fahrzeug

E. Sax

Abstract


AuffĂ€lligkeiten elektronischer SteuergerĂ€te im Fahrzeug sorgten in der jĂŒngeren Vergangenheit fĂŒr Diskussionen gerade zwischen Automobilherstellern und Zulieferern. Als Reaktion auf diese Herausforderungen wurden QualitĂ€tssicherungsmaßnahmen bei Automobilherstellern und Lieferanten mit dem Ziel verstĂ€rkt, $\bullet $bereits zu einem frĂŒhen Zeitpunkt QualitĂ€tsprobleme zu erkennen und $\bullet $Mittel und Methoden zur Fehlerbeseitigung bereit zu stellen. Testen, als Baustein der QualitĂ€tssicherung, rĂŒckt dabei immer stĂ€rker in den Fokus dieser Maßnahmen. Insbesondere auf der Seite des Equipments ist zu beobachten, dass bereits heute ausgereifte Werkzeuge zum Testen von Elektrik und Elektronik zum Einsatz kommen. Dazu gehören beispielsweise: $\bullet $Der Test von modellbasiert entwickelter Software bereits auf Modell-Ebene (z.B. Model-, bzw. Software-in-the-Loop). $\bullet $Der Test von einzelnen SteuergerĂ€ten in einer Laborumgebung (z.B. Hardware-in-the-Loop einzelner SteuergerĂ€te aus Sicht des OEM) $\bullet $Der Test mehrerer SteuergerĂ€te im Verbund (z.B. Hardware-in-the-Loop PrĂŒfstĂ€nden auf Integrationsebene) $\bullet $Der Test von E\&E-Komponenten direkt in Fahrzeug-Prototypen. Neben dieser Werkzeug orientierten Sicht spielen darĂŒber hinaus durchgĂ€ngige Prozesse ĂŒber Werkzeugund Firmengrenzen hinweg eine immer wichtigere Rolle. 9 Daher wurden im Automobilbereich Referenzprozesse eingefĂŒhrt, deren korrekte Anwendung regelmĂ€ĂŸig ĂŒberprĂŒft wird (z.B. SPICE1). Testen und die dazugehörigen Prozesse werden heute aber hĂ€ufig nur als Fragmente des gesamten Entwicklungsprozesses und nicht in durchgĂ€ngiger Form betrachtet. Da der Umfang der Testaufgaben im Bereich Elektrik und Elektronik aber stetig wĂ€chst, ist diese punktuelle Sicht kaum noch geeignet heutige Anforderungen an die SteuergerĂ€te- QualitĂ€t zu erfĂŒllen. Diese Herausforderung trifft in erster Linie die Lieferanten, die den Großteil der SteuergerĂ€te-Entwicklung abdecken, wĂ€hrend das Zusammenspiel der einzelnen SteuergerĂ€te im Verbund die Integrationsaufgabe des Automobilherstellers darstellt. Als Reaktion auf diese Situation suchte die Automobilindustrie Möglichkeiten Testprozesse zu bewerten und gezielt zu verbessern. Basierend auf diese bereits existierenden Prozessmodellen (z.B. \?TPI$\copyright $automotive“) und der Erfahrung im Bereich des Tests von SteuergerĂ€ten im Automobilbereich sind neue Vorgehensmodelle entstanden (z.B. PROVEtech:TP5), die explizit das Testen von SteuergerĂ€ten in der Automobilindustrie adressieren. Besonderes Augenmerk gilt dabei immer den arbeitsteiligen Test-AktivitĂ€ten aller Beteiligten wie: $\bullet $Aufstellen einer Test-Strategie $\bullet $DurchfĂŒhrung der Test-Planung $\bullet $Definition der Test-FĂ€lle $\bullet $DurchfĂŒhrung der Test-Implementierung $\bullet $Verwaltung von Abweichungen Am Ende kann nur ein klares Vorgehensmodell ergĂ€nzt um ein eindeutiges RollenverstĂ€ndnis die QualitĂ€t der SteuergerĂ€te und SteuergerĂ€teverbĂŒnde im Fahrzeug ĂŒber den Lebenszyklus hinweg sicherstellen. Wenn dann noch das passende Equipment in der richtigen Phase des Lebenszyklus zum Einsatz kommt, werden wir weiter auf Elektronik als Innovationstreiber im Auto setzen können.


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