UDDI war gestern - Universelles Dienstleistungsverzeichnis an einer großen Universität
Abstract
Serviceorientierte Architekturen (SOA) erfordern eine Konsolidierung der Systemlandschaft. Eine Vielzahl von Prozessen muss analysiert, automatisierbare Geschäftsfunktionen identifiziert und als Service implementiert werden. Das SOA Paradigma ist dabei nicht auf Anwendungssystemfunktionalität beschränkt, sondern betrifft auch halbautomatische und manuelle Dienstleistungen der Organisation. Um organisationsweite Transparenz über gemeinsam genutzte Ressourcen und Prozesse zu erzielen und die Wiederverwendung von Services zu erleichtern, wird ein ganzheitliches Management der SOA vorgeschlagen. Entwickelt wurde ein Katalogsystem, dass neben einem technischen auch einen fachlichen Zugang zu Services erlaubt. Die Nützlichkeit des Ansatzes wird in einer Pilotstudie illustriert, durchgeführt im Projekt MIRO an der Universität Münster. 139 139 Eine große Hochschule, wie die Westfälische Wilhelms-Universität Münster, bietet ihren Studierenden und Mitarbeitern eine Vielzahl an Informationen und Dienstleistungen an. Die drei zentralen Einrichtungen (Universitätsverwaltung - UniV, Universitätsund Landesbibliothek - ULB und das Zentrum für Informationsverarbeitung - ZIV) verwalten und veröffentlichen diese jeweils auf ihre eigene Art - meist in eigenen Webauftritten, mit unterschiedlicher Informationsdichte und -aktualität. Ebenso existieren auch Dienstleistungsangebote der Fachbereiche (und deren IT-Abteilungen1), die ebenfalls dezentral gepflegt und angeboten werden. Daraus resultiert das Problem der schlechten Auffindbarkeit und Wiederverwendungsmöglichkeit von Dienstleistungen. Um dieser Herausforderung zu begegnen, wurde im Projekt MIRO (Münster Information System for Research and Organization) beschlossen, einen umfassenden Dienstleistungskatalog zu entwerfen, der es ermöglichen soll, Dienstleistungen zentral zu pflegen und auf standardisiertem Wege anzubieten. Damit soll die Qualität des Informationsangebots drastisch verbessert werden. Ein weiteres Ziel des Projekts besteht in der generellen Flexibilisierung der IT-Infrastruktur der Universität. Dazu strebt man - zunächst in den zentralen Bereichen - eine prozessorientiertere Strukturierung der Arbeitsabläufe an. Diese soll dann durch eine adäquate Serviceorientierte Architektur (SOA) informationstechnisch unterstützt und gefordert werden. Eines der Ziele des SOA-Ansatzes ist die Schaffung von Schnittstellen zu Teilprozessen (Services) verwendeter IT-Systeme. Die Schnittstellenbeschreibungen werden dabei typischerweise in einem Verzeichnisdienst2 registriert, um das Auffinden dieser zu erleichtern. Die größten Vorteile, die einer SOA nachgesagt werden, betreffen die Wiederverwendbarkeit sowie die Wartbarkeit von Services und eine dadurch erzielbare Kostenreduktion, ebenso die Flexibilität auf Änderungen von Geschäftsprozessen dynamisch durch die Änderung einzelner Arbeitsschritte eines Workflows zu reagieren (vgl. [Na03]). Wir verstehen (Web-) Services ebenfalls als Dienstleistungen und verfolgen daher den Ansatz, einen integrierten Dienstleistungskatalog zu schaffen, in dem klassische Dienstleistungen neben halbund vollautomatischen Services eingetragen und durchsucht werden können. So wollen wir einen zentralen Katalog schaffen, der es ermöglicht die Dienstleistungen sowie Web Services einer Einrichtung in einen Mandanten fähigen Katalog mit frei bestimmbaren Metadatensätzen einzutragen. Die Informationen zu Diensten lassen sich dann über Web Service-Schnittstellen abfragen, wobei unter Rückgriff auf das Identitätsmanagement auch rollenspezifische Informationen verwaltet werden können.
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